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Von selbst passiert nichts – oder: wie bekomme ich als Anforderungsautor Antworten?

frage-und-antwort

Wie bekommt man als Spezifikateur Input?

In Requirements Management Trainings bekomme ich regelmäßig die Frage:

„Ich habe einige wichtige Stakeholder um ihren Input gebeten — aber die rühren sich einfach nicht! Wie kriege ich die dazu, mir endlich ihren Input zu geben?“

So einfach das Thema klingt, so leichtfertig sollte es nicht genommen werden.

Wenn Spezifikationsautoren ihren Input nicht bekommen, weil sie nicht wissen, wie sie ihn aus den nicht antwortenden Stakeholdern „herausbekommen“, dann ist das nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Fehlender Input bedeutet fehlende Anforderungen – und Anforderungen, die man nicht kennt, kann man nicht erfüllen.

Hin und wieder gibt es Ansätze wie etwa die folgenden:

„Es müsste da eine firmeninterne Anweisung geben, dass jeder auf Fragen eines Spezifikateurs antworten muss!“

Oder auch

„Wenn ich keinen Input bekomme, dann denke ich mir selbst was aus, was zum befragten Stakeholder eigentlich passen müsste — und hoffe, dass es stimmt. Ich versuche, das dann aber vor dem nicht antwortenden Stakeholder zu verbergen, nachher merkt der das und dann dauert es noch länger!“

Und dieses Statement habe ich auch bereits mehr als einmal gehört:

„Der Stakeholder, der mir nicht antwortet, ist mein Chef. Den kann ich ja schon prinzipiell nicht unter Druck setzen und zwingen zu reagieren!“

Es gibt jedoch eine Reihe von sehr freundlichen Maßnahmen, die es ermöglichen, als Spezfikateur in solchen Situationen durchaus guten und zeitnahen Input zu bekommen — oder die Information, dass es von Stakeholderseite nichts Nenneswertes einzubringen gibt. Was ja auch ein akzeptabler Input ist.

Der Kerngedanke aller folgenden Überlegungen ist der folgende:

Druck oder „Dienstanweisungen“ funktionieren nicht — Das Skizzieren von Konsequenzen aber durchaus

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Stakeholder — von guten und von pathologischen Vertretern ihrer Zunft

stakeholders

Stakeholder Management ist eine der spannendsten Disziplinen im Requirements Engineering. Wenn man es mal kurz und sarkastisch formulieren will, geht es um nichts anderes als herauszufinden, wen ich wie ernst nehmen muss von den zig Leuten, die mit mir (in meiner Rolle als Requirements Autor) reden wollen.

Bei vielen davon bin ich mir natürlich sicher, dass ich ihren Input in jedem Fall ernst nehmen muss. Bei anderen wiederum weiß ich, dass sie sich nur mit nett gemeinten Hinweisen an mich wenden.

Auch die umgekehrte Frage ist spannend: Welcher Stakeholder hat sich bei mir noch gar nicht gemeldet und ich muss aktiv auf ihn zugehen?

Wie für so vieles gibt es natürlich auch hier eine Norm, die uns bei der Suche nach den Stakeholdern weiterhilft, hier ist es die DIN ISO 100006, die folgendes dazu zu sagen hat:

Stakeholder eines Projektes sind alle Personen, die ein Interesse am Projekt haben oder von ihm in irgendeiner Weise betroffen sind.

Bin ich als Requirements Manager auf der Suche nach meinen Stakeholdern — also nach denjenigen Personen oder Parteien, denen ich Einfluss auf meine Spezifikationsdokumente geben möchte, dann wähle ich meist einen Ansatz nach diesen beiden Checklisten: Stakeholder — von guten und von pathologischen Vertretern ihrer Zunft weiterlesen