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„Wir arbeiten agil und brauchen daher keine Spezifikation“

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Machen wir uns nichts vor

In „klassischen“ Projektvorgehensweisen, etwa nach dem Wasserfall- oder dem V-Modell wird viel Papier erzeugt und jede Menge an Spezifikationen geschrieben, die sich im späteren Verlauf als nicht haltbar herausstellen. Viel Mühe — und meist völlig umsonst.

Agiles Vorgehen im Projekt geht dieses Problem folgendermaßen an.

  1. Kurzer zeitlicher Abstand zwischen Konzeption und Umsetzung: Die Zeit von der genauen Konzeption eines Inkrements bis zur Umsetzung erfolgt im Scrum-Prozess im Sprint Planning Meeting. Zwischen dem Sprint Planning Meeting und dem Sprint selbst vergeht nicht viel Zeit, so lange kann man sich auch komplexere Dinge meist einfach merken.
  2. Der Product Owner ist involviert: Der Product Owner — also der Kunde selbst oder sein in-house Vertreter — ist bei der Konzeption eng mit dabei und nicht nur ein Jahr im Voraus in der Spezifikationsphase wie im klassischen Wasserfall- oder V-Modell-Vorgehen.
  3. Das Entwicklungs-Team ist involviert: Die Entwickler sind bei der Konzeption involviert, wissen also auch, was entschieden und vereinbart worden ist — und lesen es nicht erst lange später „aus zweiter Hand“ nach.
  4. Die Abnahme liegt ja von der Konzeption nur einen Sprint „entfernt“: Das bedeutet, auch zum Zeitpunkt der Abnahme wissen noch alle, was vereinbart war. Im Original-Scrum-Prozess sind das nur wenige Wochen.

Diese vier Regeln sorgen dafür, dass zu Beginn jedes einzelnen Sprints bei allen Beteiligten ein sehr hohes Verständnis und ein hoher Konsens darüber besteht, was im Sprint entwickelt wird und wie es genau entwickelt wird.

Dann besteht doch eigentlich keine Notwendigkeit, das alles minutiös aufzuschreiben — oder?

Sollte man meinen. Oder?

Es gibt aber einige Aspekte, die auch in einem agilen Projektvorgehen für Spezifikationen sprechen.

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